Der TSV Adlersberg II muss sich in der 3. Bezirksliga Mitte dem Ligaprimus SpVgg Willenhofen-Herrnried II mit 4:11 geschlagen geben. Dennoch zieht der Abteilungsleiter Positives aus der Partie.
Adlersberg. Es sollte ein echter Härtetest für die Darts-Akteure des TSV Adlersberg II werden – und dieser hielt, was die Papierform im Vorfeld versprach. Am Samstagabend trafen die heimischen „Flying Eagles II“ im heimischen Vereinsheim auf das unangefochtene Top-Team der 3. Bezirksliga Mitte, die SpVgg Willenhofen-Herrnried II. Am Ende stand eine verdiente, wenn auch in einigen Momenten unglückliche 4:11-Niederlage auf dem Spielberichtsbogen. Trotz des klaren Resultats ließen die Gastgeber aber immer wieder aufblitzen, warum sie im oberen Tabellenmittelfeld zu finden sind.
Gespielt wurde wie gewohnt im rasanten Takt an zwei Boards parallel, was vom ersten Wurf an für ordentlich Dynamik und Spannung sorgte. Den Auftakt machten Tobias Ebner und Korbinian Brunner. Ebner lieferte sich mit Jochen Eichenseher ein dramatisches Duell über die volle Distanz, musste sich aber trotz eines überragenden 19-Darter-Legs (das beste Low-Dart-Finish der Hausherren an diesem Abend) hauchdünn mit 2:3 geschlagen geben. Am Nachbar-Board hielt Brunner dagegen: Er sorgte mit einem souveränen 3:1-Sieg über Josef Eichenseher umgehend für das 1:1.
„Der Start war enorm wichtig für die Köpfe. Tobias hatte einfach Pech im entscheidenden Leg, sonst gehen wir hier sogar in Führung. Aber da wussten wir gleich: Wir können mit dem Primus phasenweise mitspielen“, kommentierte Darts-Abteilungsleiter Michl Bayer die temporeiche Anfangsphase.
Die Gäste ziehen das Tempo an
Doch die Willenhofener zeigten in der Folge schnell, warum sie derzeit von der Tabellenspitze grüßen. Im zweiten Parallel-Durchgang mussten Augustin Bayer (0:3 gegen Robert Harteis, der ein starkes 21-Dart-Leg spielte) und Winfried Bäcker (1:3 gegen Sebastian Auer) ihre Partien abgeben, sodass die Gäste mit 3:1 in Front zogen.
Im dritten Einzel-Block unterlag Vinzent Giesa dem glänzend aufgelegten Herbert Kinskofer klar mit 0:3. Nebenan bewies jedoch Alexander Listl am Oche große Nervenstärke und rang Lukas Ferstl in einer umkämpften Partie mit 3:2 nieder. Mit einem 2:4-Rückstand aus Adlersberger Sicht ging es in die Doppel.
Hier sollte eigentlich die Aufholjagd der Flying Eagles gestartet werden, doch die Paarungen der Gäste erwiesen sich als äußerst kompakt. Ebner und Brunner zogen am ersten Board gegen Jochen Eichenseher und den neu ins Spiel gekommenen Felix Vögerl mit 1:3 den Kürzeren. Parallel dazu kassierten Augustin Bayer und Winfried Bäcker ein glattes 0:3 gegen das Duo Auer/Harteis. Immerhin sorgten Giesa und Listl im dritten und letzten Doppel des Abends mit einem starken 3:1-Erfolg gegen Kinskofer/Ferstl noch einmal für Ergebniskosmetik. Dennoch hieß es zur Pause 3:6.
„Da war der Drops natürlich schon fast gelutscht. Ein Drei-Punkte-Rückstand gegen eine derart konstante Truppe wie Willenhofen-Herrnried ist extrem schwer aufzuholen. Aber mir war wichtig, dass sich die Jungs nicht aufgeben“, gab sich Michl Bayer kämpferisch.
Frühe Entscheidung in den abschließenden Einzeln
Und die Mannschaft zeigte im Schlussspurt tatsächlich Moral, wenngleich das nötige Spielglück gegen einen schlichtweg treffsicheren Gegner ausblieb. Gleich in der ersten Parallel-Runde der finalen Einzel-Phase fiel die Vorentscheidung: Tobias Ebner verlor gegen Felix Vögerl mit 1:3 und fast zeitgleich musste sich Korbinian Brunner dem starken Jochen Eichenseher mit dem gleichen Resultat beugen. Damit hatten die Gäste aus Willenhofen-Herrnried den achten und somit siegbringenden Punkt eingefahren (3:8).
Die Luft war in den finalen Partien angesichts der Entscheidung etwas raus, dennoch wurde am Oche weiter konzentriert gedartet. Augustin Bayer (1:3 gegen Auer) und Winfried Bäcker (0:3 gegen Harteis) konnten den Lauf des Tabellenführers nicht mehr stoppen. Für den letzten Lichtblick aus Adlersberger Sicht sorgte schließlich Vinzent Giesa, der sein Einzel gegen den eingewechselten Bernhard Liebl nervenstark mit 3:1 gewann. Die abschließende 0:3-Niederlage von Alexander Listl gegen Herbert Kinskofer, der am gesamten Abend ohne echten Wackler blieb, markierte schließlich den 4:11-Endstand bei 19:38 Legs.
Mit nun 14:10 Punkten verbleiben die Flying Eagles II auf dem respektablen vierten Platz der 3. Bezirksliga Mitte, während Willenhofen-Herrnried II (20:4 Punkte) seine Tabellenführung weiter zementiert.
Abteilungsleiter Michl Bayer ordnete die Niederlage am späten Abend nüchtern, aber durchweg optimistisch ein: „Willenhofen ist dieses Jahr das Maß der Dinge in der Liga, das muss man nach so einer Vorstellung einfach anerkennen. Wir nehmen die Lektion heute an, haken das ab und greifen im nächste Woche wieder an. Die Moral in der Truppe stimmt zu hundert Prozent.“
Die nächste Gelegenheit zur Punktejagd haben die Adlersberger bereits in der kommenden Woche. Am 2. Mai empfangen die Flying Eagles den punktabgeschlagenen Tabellenletzten DC Wolfdart III. Ein Pflichtsieg, wenn man den Anschluss an das Spitzentrio nicht völlig aus den Augen verlieren möchte.